Die Sage vom Spitzstein

 

So höret doch was einst geschah,
an diesem schönen Orte.
Der Fels gar mächtig steht noch da,
und sagenhafte Worte.

Der Harnisch auf des Ritters Brust,
das „Roß“ läuft mit starkem Schritt.
verfallen der Häschers Mordeslust,
wird´s wohl der letzte Ritt.

Doch die Hufe gehen geschwind,
vom „Staupen“ durch den Wald.
Gar schroff ging noch des Herbstes Wind
und bitterliche kalt.

Der Schimmel gut gesattelt war,
er hielt ihn straff im Saum.
Ein Recke groß mit blondem Haar,
ein Hüne wie ein Baum.

Getrieben über Stock und Stein,
schaut er noch mal zurück,
so soll es nicht zu Ende sein,
er glaubet an sein Glück.

Dann kam er an, am spitzen Stein,
die Zügel fest in seiner Hand,
Das Schwert hob er im Sonnenschein
und sprach
„welch wunderschönes Land“.

Versteinert wart sein scharfer Blick,
ich muss dies Land erreichen!
Hier geht´s hinab und nicht zurück,
hier kann ich nicht mehr weichen!

Doch wallet hier in diesem Tal
ein reißend großer Fluß.
Beenden wir doch diese Qual,
weil hier sie enden muß.

Dem Schimmel hatte er´s gesagt,
wie ist´s,
bist du zum Sprung bereit?
Der Schimmel hat den Sprung gewagt,
es wurd die höchste Zeit.

Und aus den Fluten stieg er dann
gar gülden mit seinem Schimmel.
Wie ich´s wohl überleben kann?
Ich danke dir oh Himmel!

Das Schwert steckt noch im Grundes San
drum suchet er´s noch heute.
Der Ritter nie die Ruhe fand,
erzählen sich die Leute.

Man sieht ihn noch zur herbstes Zeit,
mit seinem Schimmel reiten.
Sucht nach sei´m Schwert in Ewigkeit,
schau was soll´s Glück bereiten.

Und so erzählet heut die Kunde,
wenn Wellen brechen hell das Licht,
dann blinket heute noch am Grunde,
das Schwert bei guter klarer Sicht.

Wie ist´s?
Hatt´s heute manchmal noch,
im Westewitzer Land
und dieser Ruf, so wisse doch
macht Westewitz bekannt.

Die Sage vom Spitzstein

Muldentalstraße 1,
04720 Großweitzschen