Vom Bergbau in Frankenbergs Umgebung

Der Überlieferung nach soll in Frankenbergs Umgebung der Bergbau schon frühzeitig entstanden sein. Man sagt, dass die älteste Grube schon 922 —nach anderen Erzählern 928 —in Biensdorf entstanden sei. Daselbst sei gewachsenes Silber und gediegenes Kupfer zutage getreten. Auch auf dem Treppenhauer sollen bereits zur Zeit Heinrichs I., 922 oder 927, die ersten Schürfversuche gemacht worden sein. In den folgenden Jahren erreichten auf dem Treppenhauer einige Gruben eine solche Tiefe, dass allein 250 Knechte zur Hebung des Wassers nötig gewesen seien. 1002 soll der Bergbau in Zschöppichen, 1004 in Schönborn, 1036 in Lichtenau, 1054 in Grumbach, 1137 in Neudörfchen und 1247 in Merzdorf begonnen worden sein. Man fand hier hauptsächlich Silber, Blei und Kupfer, daneben auch Eisen, Zinn, Kobalt, Nickel, Antimon, Mangan und Arsen. Von 922 bis 1640 sollen im ganzen Mittweidaer Bezirk 79 Gruben bebaut worden sein. Nach anderen Angaben sollen es von 927 bis 1682 87 Gruben gewesen sein. Bis zum 15. Jahrhundert haben die Bergwerke eine reiche Ausbeute gegeben. Als aber zu Beginn des 15. Jahrhunderts der Betrieb auf dem Treppenhauer wegen eindringender Wassermassen und einer großen Seuche eingestellt werden musste und gegen Ende des Jahrhunderts der Silberreichtum des oberen Erzgebirges erschlossen wurde, ging der Bergbau in Frankenbergs Umgebung bedeutend zurück. Im Volke blieb aber der Glaube an die reichen Schätze des Treppenhauers noch lange Zeit lebendig. So riet Ende des 17. Jahrhunderts, als wieder mit dem Bergbau begonnen werden sollte, der damals älteste Bewohner Sachsenburgs, dass man sogar die Kühe im Stall verkaufen solle, um dadurch die Mittel zum erneuten Betrieb der Gruben zu erhalten.

Vom Bergbau in Frankenbergs Umgebung

Freilichtmuseum „Treppenhauer“
Schönborner Str. 11,
09669 Frankenberg/Sa.