Woher der Rochlitzer Porphyr seine rote Farbe bekam

 

Wer im Muldental alte Schlösser, Kirchen oder Rathäuser besichtigt, dem werden die schönen, meist rötlichen Einfassungen an Türen und Fenstern auffallen. Das ist Rochlitzer Porphyr.
Weil sich der Stein leicht bearbeiten lässt, ist er seit Jahrhunderten ein begehrtes Baumaterial. Zwischen Rochlitz und Wechselburg gibt es viele Steinbrüche, und mit etwas Glück können Besucher zuschauen, wie der Stein gebrochen und bearbeitet wird. Warum das Gestein nicht grau, sondern rot ist, beschreibt folgende Sage:
Vor Jahrhunderten war der Rochlitzer Berg von dichtem Wald bedeckt. Irgendwann ließ sich dort eine Hexe nieder. Sie wohnte in einem putzigen Hexenhäuschen und pflanzte einen wunderschönen Zauberstrauch. Besonders Kinder, die sich beim Beerensuchen im Wald verlaufen hatten, lockte sie in ihr Häuschen, verzauberte sie in bunte Singvögel und sperrte sie in Käfige ein. Lange Zeit wusste niemand von der Hexe und ihrem bösen Treiben. Weil aber immer mehr Kinder spurlos verschwanden, traute sich bald niemand mehr in diesen Wald. Eines Tages verschwand eine ganze Gruppe.
Verzweifelt suchten die Mütter ihre Kinder. Als dabei eine von ihnen aus Versehen einen Zweig von dem Zauberstrauch abbrach, war die Macht der Hexe gebrochen. Mit einer Bibel wurde sie erschlagen. All die verzauberten Kinder erhielten sofort ihre menschliche Gestalt wieder zurück. Nun erfuhren die Eltern das Geheimnis des Zauberstrauches. Aus seinen Blüten hatte die Hexe nämlich ihren Zaubertee gekocht, und mit den Blättern wurden die verzauberten Vögel ständig gefüttert. Da zogen die Menschen in den Wald, um den Zauberstrauch zu roden. Dabei entdeckten sie, dass das Blut der Hexe im Gestein versickert war und es rot gefärbt hatte.

 

 

Woher der Rochlitzer Porphyr seine rote Farbe bekam

Zwickauer Str. 19, 09306 Rochlitz, Deutschland