Der spukhafte Postwagen bei Seelitz

Ein Gutsbesitzer aus Mittweida fuhr einstmals noch spät am Abend von Rochlitz wieder nach Hause. Als er mit seinem Wagen über den „Wind“ bei Seelitz heraufkam, wurden die Pferde unruhig und der Hund verkroch sich unter den Wagen. Da bemerkte der Bauer zu seinem Schreck, dass aus der entgegengesetzten Richtung, und zwar auf der falschen Seite, im scharfen Trab ein Postwagen herankam. Es musste deshalb zum Zusammenstoß kommen. Da die Pferde nicht weiterwollten, stieg der Bauer ab und führte die Pferde. Da merkte er, dass der Postwagen nur neblige, unbestimmte Formen zeigte. Da rief er in letzter Sekunde voller Angst: „Alle guten Geister loben Gott!“ Da prallte das Postgeschirr zur Seite und verschwand krachend und polternd in den zur Seite der Straße tiefer liegenden Feldern. Aber bis zur „Winterschenke“ umkreiste ein gespenstisches „Etwas“ den Wagen, so dass die Pferde nur zitternd vorankamen und der Hund mit eingezogenem Schweif sich weiter unter dem Wagen versteckt hielt.