Burgstädter Spezialitäten begeistern Fans in aller Welt

Im Rahmen des Modellprojekts „Sagenhaftes Mittelsachsen“ entstand ein Portrait der Bäckerei „Zum Kirchbäck“ mit Familie Solbrig. Mit dem Projekt sollen besondere und einmalige Verknüpfungen zwischen mittelsächsischen Sagen und Produkten, Projekten und Angeboten des Landkreises bekannt gemacht werden. Alle Infos zum Projekt sind hier auf unserer Seite zu finden. Wir als Projektmanagement beraten Sie als Interessenten auch gern, wie man sagenhafte Ideen auf die Beine stellen kann. Das Projekt wird im Rahmen des Modellvorhabens „Aktive Regionalentwicklung“ vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung gefördert. Projektträger ist die Wirtschaftsförderung des Landkreises Mittelsachsen.

Es wintert in Mittelsachsen. Die Weihnachtsmärkte sind geöffnet. Der Duft von Lebkuchen, kandidierten Mandeln und Glühwein liegt in der Luft. Adventszeit ist natürlich auch Stollenzeit. Auf außergewöhnliche kulinarische Besonderheiten und ein ganz sagenhaftes Weihnachtsgebäck spezialisierte sich die Burgstädter Bäckerei und Konditorei „Zum Kirchbäck“. Die findige Bäckersfamilie Solbrig setzt dabei auf Tradition und Handwerk gepaart mit Innovationen und gesunden Zutaten in Bioqualität.

„Abheben von anderen, Neues anbieten, Leute überraschen. Am besten Sachen, die niemand vorher kreierte und, die gleichzeitig Spaß und Abwechselung bringen. Es geht ums Dranbleiben und Ausprobieren. Wir haben viel experimentiert und machen das immer noch gern“, sagt Thomas Solbrig über die angebotenen Back- und Konditorwaren. Es gehe ihm darum, Ideen für die Zukunft innovativ umzusetzen und flexibel zu bleiben - in dieser Zeit des Wandels. Dem Burgstädter Bäcker- und Konditormeister stimmt Ehefrau Cornelia, die als Fachverkäuferin im Familienunternehmen wirkt, zu: „Die Herausforderung ist, Produkte zu entwickeln, die nicht jeder hat. Wir setzen auf unsere ursprünglichen Rezepte in Kombination mit eigener Weiterentwicklung.“ Beim „Kirchbäck“ kommen meist Sauerteig, wenig Backmittel und zahlreiche Zutaten in Bioqualität zum Einsatz.

Sagenhafte Parallelen

Thomas Solbrig nennt das Stammhaus „Zum Kirchbäck“ am Burgstädter Markt seine Heimat: Hier kaufte Greger Heinz von den Kirchenältesten Land und Gebäude und wurde 1578 schließlich eine Bäckerei errichtet. Nachzulesen in Arthur Beils Buch „Zur Geschichte Burgstädts“. Als Bäckermeister Solbrig als Schulkind mit dem Buch „Schatzkästlein der Erinnerungen“, einem Sammelsurium regionaler Sagen, erstmals in Berührung kommt, wird es historisch noch interessanter und sagenhaft spannend. Denn die Sage „Der Nix im Hahnteich von Burgstädt“ erzählt vom Bäckermeister Hahn, dessen Tochter vom Wassergeist entführt und geehelicht wurde. Hahn, ein direkter Vorfahr von Thomas Solbrig, buk seine Brötchen in Burgstädt, im Gebäude an der Kirche, und hatte ebenfalls eine Tochter. Familiengeschichte, die offenbar wiederholt und weitergeschrieben wird. „Wir müssen nur aufpassen, dass uns der Nix Elisabeth nicht wegschnappt.“ Thomas und Cornelia Solbrig zwinkern ihrer 22-jährigen Tochter zu. Die junge Konditorin lacht. Thomas Solbrig ergänzt: „Man darf das gern als kleines Mystikum verstehen. Mittelsächsische Sagen begleiten uns – wir backen quasi Regionalität in unsere Spezialitäten ein, die auch über Landkreisgrenzen hinaus, genossen werden.“ Solch eine Verknüpfung mache die Vermarktung weiterer Produkte und Ideen aus Mittelsachsen für den Fremdenverkehr interessant, meint Cornelia Solbrig: „Es ist immer gut, ein Produkt mit Bezug zur Heimat zu haben. Und Geschichten zu erzählen, darauf sprechen Menschen an, das verbindet.“

Inspiration Taurastein

Der Premium-Stollen des Kirchbäcks transportiert genau solch eine Geschichte: Cornelia Solbrig regte in den späten 90iger Jahren zur Teilnahme an einem Chicagoer Christkindelmarkt an. In den USA leben zahlreiche deutsche Auswanderer, die sich das heimatliche Flair der Weihnachtszeit gerne über den großen Teich holen wollten.  Der Transport und die Einfuhr der Stollen in die USA waren machbare Herausforderungen – schließlich mit unerwartet positivem Effekt. Während der dreiwöchigen Überfahrt lagerten die Laibe in einem speziell gekühlten Container im Schiffsbauch. Als sich die Türen erneut öffneten, hatten die Stollen „einen unbeschreiblichen Duft“, erinnert sich Thomas Solbrig. Auch geschmacklich war das weihnachtliche Gebäck extrem aufgewertet. Deshalb suchte der Bäckermeister zurück in der Heimat nach ähnlichen Lagerbedingungen. Pfarrer und Bürgermeister wurden angefragt, letztlich gab der damalige Bauamtsleiter den Impuls: Der Rathauskeller schien ungeeignet für das Vorhaben, aber das frühere Wasserreservoir unter dem Taurasteinturm verhieß Potenzial. Und so werden seit rund 15 Jahren Solbrigs Premium-Stollen, die ersten der Saison, in der ausgefliesten, fünf Meter tief in den Felsen getriebenen Kammer bei immer gleichbleibender, kühler Temperatur für zehn Wochen gelagert: „Andere Bäcker schaffen ihre Stollen ins Bergwerk, wir unter den Taurasteinturm“, merkt Thomas Solbrig an. Am Montag vor dem 1. Advent dürfen die Stollen ans Tageslicht zurück. Dann beginnt mit dem Versand der limitierten Premium-Stollen geschäftiges Treiben. Verschickt wird mit Zertifikat, im hochwertigen Karton, weltweit.

Geniales für Genießer

Der „Kirchbäck“ bietet in der Advents- und Weihnachtszeit unter anderem elf verschiedene Stollensorten an, darunter Buttermandel-, Mohn-, Cranberry- und Butter-Rosinen-Stollen in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen sowie Spekulatius, Baumkuchen und Zimtsterne. Die Stollen werden im Hause Solbrig nach altem Familienrezept der Urgroßeltern hergestellt. Solche und andere Informationen finden sich in einem Video, welches auf der firmeneigenen Internetseite zu sehen ist. „Da wird es den Leuten warm ums Herz“, sagt Elisabeth Solbrig. Sie arbeitet seit ihrem Berufsabschluss im Familienunternehmen. Nächster Schritt: Meisterschule. Meisterlich und herzlich sind beim „Kirchbäck“ neben den Menschen auch die in die Tat umgesetzten Geistesblitze. „Herzstücke“ beispielsweise. Diese außergewöhnliche Besonderheit ist das in fünf Scheiben geschnittene Mittelteil eines vier Kilogramm schweren Butter-Rosinen- oder Cranberry-Stollens, verkauft in besonderer Verpackung mit Plakette als Geschenk oder zum allein Genießen.

Dauerbrenner Dosenbrot

Vor noch nicht allzu langer Zeit verkaufte man bei Kirchbäck sogenannte Lebkuchenpantoffeln. „Mein Vater hatte aus Leipzig ein Rezept seiner Ausbildungszeit mitgebracht. Der Teig aus verschiedenen süßen Zutaten und Honig musste ein halbes Jahr ruhen. Das Gebäck ging eine ganze Weile gut, dann hatten sich die Lebkuchenpantoffeln aber totgelaufen“, sagt Thomas Solbrig über veränderte Kundenwünsche und Anpassungen an den Markt. In den vergangenen beiden Jahren feierte dagegen eine neue Kreation aus dem Backhaus Solbrig einen riesigen Erfolg. Angelehnt an die Form des Taurasteinturms entwarf die Bäckersfamilie das „Taurasteiner Turmbrot“ sowie das Dosenbrot: zwölf Scheiben Brot in einer runden, wieder verschließbaren Dose. Die Banderole spricht in erster Linie Camper, Weltenbummler, Abenteurer und LKW-Fahrer an. In der Corona-Krise entwickelte sich das „Dosenbrot“ zum Dauerbrenner und Verkaufsschlager im firmeneigenen Internetshop. Kaum zu fassen für Thomas Solbrig und doch neuerliche Motivation - trotz aktueller Hemmnisse und Schwierigkeiten - mit dem Bäcker- und Konditoreihandwerk weiter zu machen. So erklärt der „Bäcker aus Leidenschaft“ schließlich: „Mein Vater war Bäcker und meine Mutter Konditorin. Meine Eltern versuchten, mir den Beruf auszureden, aber ich konnte mir nie etwas anderes vorstellen. Etwas anderes war nie eine Option.“

Das Interview mit Familie Solbrig führte Natasha Allner von M&M | Maikirschen & Marketing. Im Rahmen der Pressearbeit für das Modellprojekt "Sagenhaftes Mittelsachsen" verfasst sie die Portraits mit verschiedenen Beispielgebern für sagenhafte Produkte und Angebote. Die Fotoaufnahmen stammen von Bianka Behrami. Weitere Portraits sind in Arbeit.

Hier finden Sie die schönsten Aufnahmen der fotografischen Begleitung der Stollenproduktion:

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