Der Sage nach rührten sie von Schülern her, welche am heiligen Ort Karten gespielt hatten und vom Teufel an die Wand geworfen worden waren. Zu dieser Sage der kartenspielenden Schüler gibt es keine historischen Hinweise. Die von J. S. Grübler 1731 herausgegebene Beschreibung der in Freiberger Kirchen und auf innerstädtischen Friedhöfen vorhandenen Grabsteine und Epitaphien nennt die eingemauerten Schädel nicht. Unmittelbar in der Nähe des Domes waren an der Außenwand der „Thümerei“, dem heutigen Bergbaumuseum, stark verwitterte Steinbilder aus der alten Marienkirche zu sehen. Den beiden Einzelfiguren, die für „Jesus“ und „Moses“ gehalten wurden, fehlten die Köpfe. Den Kopf des Moses soll der jugendliche Pfarrer Dr. Schenk abgeschlagen haben, dem nachgesagt wird, dass er in Freiberg die Einführung des lutherischen Glaubens mit Bilderstürmerei ein wenig übertrieben habe. Tatsache ist, dass das Relief mit den Köpfen dem Lettner der romanischen Marienkirche entstammt und nach dessen Abbruch um 1485 in die Außenwände der „Thümerei“, dem Hauptgebäude des 1480 begründeten Kollegiatstiftes, eingebaut wurde, wo sie sich bis 1902 befanden. Sie werden heute im Dombereich verwahrt und stellen Propheten dar. Jakob Schenk, 1536 durch die Vermittlung Wittenbergs als Prediger an den Hof Herzog Heinrichs in Freiberg berufen, wurde 1537 der erste Lutherische Superintendent. Er war zwar der Reformation verschworen, hatte auch einen eigenwilligen und heftigen Charakter, veranlasste aber im Sinne Luthers keine Bilderstürmerei. Die Köpfe an den Reliefs hätte er auch praktisch nicht abschlagen können, da diese erhöht angebracht waren.


Im Domkirchhof lag einst ein Grabstein mit einer Darstellung von „Drei Schwestern“. Die drei Frauen sollen kurz hintereinander durch den Genuss eines giftigen Krautsalates gestorben sein. Zu dem Grabstein mit den „Drei Schwestern“ vermerkt Grübler in Übereinstimmung mit Möller, dass es sich um Töchter des Oberstleutnants Tham Pflug handelte, die 1618 kurz hintereinander starben, allerdings nur zwei von ihnen in Folge eines giftigen Krautsalats.


Eine Sage überliefert, dass es vom Dom einen geheimen Gang zum Nonnenkloster gegeben haben soll. Allerdings kann eine Gangverbindung vom Dom zu dem an der Pfarrgasse gelegenen Nonnenkloster schon aus topographischen Gründen nicht bestanden haben.

Quelle: Dr. W. Lauterbach: Sächsische Volkssagen, Band 3, Druckwerkstätten Stollberg, 1986 in Sagensammlung Band 1

Dom Freiberg, Aquarell von S. Gröbner (Quelle: Sagensammlung, Bd. 1)
Dom Freiberg, Aquarell von S. Gröbner (Quelle: Sagensammlung, Bd. 1)

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